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FSME

Leistungen > Schutzimpfungen

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME, engl. tick-borne encephalitis, TBE, Frühsommer-Meningitiserkrankung) ist eine durch das FSME-Virus ausgelöste Erkrankung, die mit grippeähnlichen Symptomen, Fieber und bei einem Teil der Patienten mit einer Meningoenzephalitis, der Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten, verläuft. Bei dem Großteil der Patienten treten bei einer Infektion jedoch keine Krankheitszeichen auf. übertragen wird die Krankheit durch den Stich einer infizierten Zecke in Risikogebieten, hauptsächlich durch Ixodes ricinus, dem gemeinen Holzbock. Eine ursächliche Behandlung der FSME ist nicht möglich. Neben allgemeinen Schutzmaßnahmen wie dem Absuchen des Körpers nach einem Waldbesuch kommt die aktive Impfung als vorbeugende Maßnahme in Frage. Sie wird, national etwas unterschiedlich, für alle Personen, die sich in Risikogebieten aufhalten, empfohlen. Der direkte und indirekte Nachweis des FSME-Erregers ist meldepflichtig.

Wie stecke ich mich an?

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist eine infektiöse Viruserkrankung, deren Erreger hauptsächlich durch Zeckenstiche übertragen wird. Infektionsgefahr besteht vom Beginn der ersten Frühlingswärme bis in den Spätherbst.

Wo kann ich mich anstecken?

Die FSME tritt vor allem in Russland, den baltischen Ländern, Polen, Österreich, der Tschechischen und der Slowakischen Republik, Deutschland (Baden-Württemberg, Bayern, Hessen), Rumänien, Bulgarien, Ungarn, den Staaten des ehemaligen Jugoslawien, Albanien und Schweden auf. Kleinere Endemiegebiete finden sich in der Schweiz, Finnland, Italien und Griechenland. Waldgebiete und deren Ränder mit angrenzenden Wiesen sind besonders betroffen.

Wie verläuft die Krankheit?

3-14 Tage nach Biss einer virustragenden Zecke kommt es zu einer ersten Erkrankungsphase mit grippeähnlichen Symptomen. Bei einem Drittel der Erkrankten kommt es in einer zweiten Phase zu einer Meningitis mit Kopfschmerzen, Fieber und Nackensteifigkeit, einer Meningoenzephalitis mit zusätzlichen Bewusstseinsstörungen bis zu Bewusstlosigkeit oder Lähmungen bis hin zum Hirnstamm. Bei 1-2% der Erkrankten kommt es zum Todesfall.

Wie kann ich mich schützen?

Eine spezifische Behandlung ist bisher nicht möglich, umso größere Bedeutung gewinnt die Prophylaxe durch Impfung. Mit einer Grundimmunisierung von drei Impfungen (2 Impfungen im Abstand von mind. 14 Tagen, die 3. nach 9-12 Monaten) und einer Auffrischimpfung alle 3 Jahre kann einer Erkrankung wirksam vorgebeugt werden. Ein Zeitabstand zu anderen Impfungen ist nicht erforderlich.

Wer sollte sich gegen FSME impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung gegen FSME für Personen, die in Risikogebieten exponiert sind oder Personen, die beruflich durch FSME-Exposition gefährdet sind (z.B. exponiertes Laborpersonal, Forstarbeiter). Zecken sind in der Zeit zwischen März und Oktober/November aktiv. Sie befinden sich z.B. im niederen Busch- und Strauchwerk, auf Gräsern, in Mischwäldern. Nicht alle Zecken sind mit FSME infiziert, man schätzt, dass 0,1 - maximal 5% der Zecken Träger des FSME-Virus sind. Nicht jeder Kontakt mit einer infizierten Zecke führt zur Übertragung des Virus. Je früher eine Zecke entdeckt und entfernt wird, desto geringer ist die Infektionsgefahr. Die Impfung bietet zuverlässigen Schutz gegen die FSME. Das Risiko einer Infektion lässt sich auch durch andere Maßnahmen weiter vermindern (z.B. Meidung von hohem Gras, Strauchwerk - helle, möglichst geschlossenen Kleidung - regelmäßiges Absuchen auf Zecken).

FSME Impfung für Kinder

FSME-Erkrankungen bei Kindern verlaufen im Allgemeinen leichter als beim Erwachsenen, vorwiegend unter dem Bild einer Meningitis, seltener unter dem Bild einer Enzephalitis. Nur in Einzelfällen sind neurologische Restschäden berichtet worden. Da Fieberreaktionen von >38°C bei 1- bis 2-jährigen geimpften Kindern in 15% beobachtet wurden (gegenüber 5% bei 3- bis 11-jährigen Kindern), wird vor der Impfung von Kindern unter 3 Jahren gemeinsam mit den Eltern eine besonders sorgfältige Indikationsstellung empfohlen.

Muss man sich nach einer FSME-Erkrankung nochmals impfen lassen oder hat man lebenslangen Schutz?

Wenn es sich um eine bestätigte FSME-Erkrankung (Antikörpernachweis und /oder Virusnachweis) handelt, ist von einem langjährigen Immunschutz auszugehen. Darüber, wie lange der Immunschutz nach Erkrankung ohne erneuten Kontakt mit dem Erreger (Reexposition) anhält, liegen nur wenige Erfahrungen vor. Ein Impfschutz sollte nach drei bis fünf Jahren bei Fortbestehen eines Expositionsrisikos wieder aufgefrischt werden.

Kann man bei der Impfung gegen FSME vom angegebenen Impfschema abweichen, kann die dritte Impfung früher gegeben werden?

Es ist nicht ratsam, von den empfohlenen Impfschemata erheblich abzuweichen. Die dritte Impfung gegen FSME im Standardimpfschema ist immunologisch gesehen bereits eine Boosterung, und deshalb ist ein relativ großer Abstand (neun bis zwölf Monate zu den ersten beiden Impfungen) sinnvoll. Es existiert jedoch auch ein so genanntes Schnellimmunisierungsschema, bei dem eine Auffrischimpfung (als 4. Dosis) dann allerdings bereits nach 12 - 18 Monaten erfolgen sollte.

Ob eine aktive Impfung unmittelbar nach einem Zeckenstich das Erkrankungsrisiko vermindert, wurde bislang nicht untersucht. Da vier Wochen nach der ersten Impfdosis jedoch nur 50 % der Impflinge eine Serokonversion aufweisen, wird in diesem Fall ein schätzender Effekt innerhalb der üblichen Inkubationszeit von 7 bis 14 Tagen für unwahrscheinlich gehalten. Es gibt jedoch die theoretische überlegung, 1 dass die im Impfstoff enthaltene Antigenmenge in einigen Fällen größer sein könnte als die durch den Zeckenstich übertragene Menge des Erregers. Dadurch könnten in Einzelfällen durch die Impfung noch rechtzeitig Antikörper gebildet werden, um die Vermehrung des Erregers zu bremsen. Sollte es sich um eine fällige 2. oder 3. Impfdosis handeln, wäre mit einer schnelleren und stärkeren Immunantwort zu rechnen als nach der 1. Impfdosis. Da das Erkrankungsrisiko nach einem Zeckenstich im Individualfall sehr niedrig ist (geschätzt in Abhängigkeit von der Zeckendurchseuchung: ~1:300 bis 1: 10.000) 2, wären Studien zur Untersuchung dieser Möglichkeit jedoch nur schwer durchzuführen.
In der Fachinformation für FSME-Immun Erwachsene und FSME-Immun Junior wird darauf hingewiesen "Erfolgt ein Zeckenstich vor der 1. Teilimpfung oder innerhalb einer Frist von 14 Tagen nach der 1. Teilimpfung, vermag die einmalige Gabe von FSME-Immun nicht vor dem möglichen Ausbruch einer FSME zu schützen." In den Fachinformationen für Encepur® findet sich ein derartiger Hinweis nicht.
Es gibt andererseits derzeit keine Hinweise, dass eine Impfung während einer Inkubation negative Auswirkungen oder ein verändertes oder verstärktes Nebenwirkungsprofil zeigen könnte; allerdings fehlen auch hierzu systematische Studien. Ein vorangegangener Zeckenstich wird auch in den Fachinformationen der verfügbaren Impfstoffe nicht als Kontraindikation für eine aktive FSME-Impfung benannt.


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