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Hepatitis B

Leistungen > Schutzimpfungen

Kurzinfo ( s. Impfplan)

  • Im Impfkalender für Kinder und Säuglinge ist zur Grundimmunisierung je eine Impfung mit vollendetem 2., 4. und 11. bis 14. Monat empfohlen.


  • Kombinationsimpfstoffe mit Pertussis-Komponente erfordern eine weitere Impfung im vollendeten 3. Lebensmonat.


  • Ist keine Grundimmunisierung im Säuglingsalter erfolgt, so ist das Nachholen der Impfung im Alter zwischen 9 und 17 Jahren empfohlen bzw. zu jedem Zeitpunkt möglich.


  • Die Impfung gegen Hepatitis B für Erwachsene gehört zu den Impfungen, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) nur für gefährdete Personen empfohlen werden. Der Personenkreis, u.a. medizinisches Personal sowie Personen mit bestimmten Erkrankungen. Ein hohes Infektionsrisiko haben z.B. auch Dialysepatienten, Kontaktpersonen zu an Hepatitis B erkrankten Personen, Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern sowie Drogensüchtige, die einen Spritzenoder Nadeltausch praktizieren. Die Impfung wird dreimal durchgeführt: 1. Impfung (Woche 0); 2. Impfung (ca. 1 Monat später); 3. Impfung (ein halbes Jahr bis 1 Jahr nach erster Impfung)



  • Nach internationalen Studien kann man für die Impfung gegen Hepatitis B von einem mindestens 10-bis 15-jährigen Schutz ausgehen.


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Ausführliche Information

Die Hepatitis B ist eine Leberentzündung (Gelbsucht)
, die durch Infektion mit dem Hepatitis-B- Virus (HBV) hervorgerufen wird. Die Übertragung dieses Virus erfolgt durch Blut oder Körperflüssigkeiten eines infizierten Menschen (z.B. beim Geschlechtsverkehr). Die Hepatitis B beginnt mit Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, danach kann es zu einer Gelbsucht kommen. Etwa 1 Prozent der Erkrankten stirbt, bei etwa 10 Prozent wird die Erkrankung chronisch, bei ihnen bleibt das Virus im Körper. Das Hepatitis-B-Virus kann auch, ohne dass Anzeichen einer Erkrankung bestehen, zu einer chronischen Infektion eines Menschen führen. Chronisch Infizierte sind eine Infektionsquelle für ihre Umgebung. In Deutschland sind etwa 0,7 bis 1 Prozent der Bevölkerung mit HBV chronisch infiziert, in anderen Ländern - z.B. in afrikanischen und asiatischen Löndern - ist die Häufigkeit chronisch Infizierter wesentlich höher.

Der beste Schutz vor einer Hepatitis B besteht in einer rechtzeitig durchgeführten Schutzimpfung.

- Rund 90 bis 95 Prozent der akuten Erkrankungen heilen spontan aus und hinterlassen dann eine anhaltende Immunität.
- Hepatitis B gehört weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Etwa 2 Mrd. Menschen sind davon weltweit betroffen, was ungefähr 1/3 der Weltbevölkerung entspricht. In Deutschland beträgt die Durchseuchungsrate ca. 5 bis 7 %, mit bis zu 7.000 Neuerkrankungen, die jährlich allein in Deutschland gemeldet werden.
- In Deutschland liegt die größte Häufigkeit mit ca. 25 % bei den 15- bis 25-Jährigen. Bei geschätzten 7.000 Neuerkrankungen pro Jahr sind ca. 10 % der Kinder bis 15 Jahre betroffen. Und bei 9 von 10 erkrankten Neugeborenen verläuft die Krankheit chronisch.
- Die höchste Infektionsrate in den europäischen Industriestaaten wird bei Personen mit bestimmten Risiken verzeichnet, wie zahnärztliches und medizinisches Personal, homosexuell aktive Männer, Drogenabhängige, Prostituierte, aber auch Dialysepatienten und Patienten mit chronischen Lebererkrankungen.

Wer soll sich im Erwachsenenalter impfen lassen?

Die Impfung gegen Hepatitis B für Erwachsene gehört zu den Impfungen, die von der STIKO nur für gefährdete Personen empfohlen werden. Der Personenkreis, u.a. medizinisches Personal sowie Personen mit bestimmten Erkrankungen, sind bei den STIKO-Empfehlungen zu "Indikations- und Auffrischungsimpfungen" genannt. Ein hohes Infektionsrisiko haben z.B. auch Dialysepatienten, Kontaktpersonen zu an Hepatitis B erkrankten Personen, Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern sowie Drogensüchtige, die einen Spritzenoder Nadeltausch praktizieren.

Warum sollen Säuglinge gegen Hepatitis B geimpft werden?

Die WHO hat 1992 empfohlen, das bis 1997 in allen L?ndern die HB-Impfung Bestandteil des Impfprogramms wird. Entsprechend diesem Vorschlag wurde 1995 die HB-Impfung der Säuglinge, Kinder und Jugendlichen in den Kalender der von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen aufgenommen. Damit folgte Deutschland dem Beispiel der USA, Kanadas und Frankreichs, die eine mit Deutschland vergleichbare epidemiologische Ausgangslage haben.
Zwar ist es richtig, dass das Erkrankungsrisiko für Säuglinge ohne familiäre Risiken relativ niedrig ist. Diese sehr sichere Impfung wird von Säuglingen mit einer guten Immunantwort beantwortet, und in Deutschland stehen für das Säuglingsalter zugelassene, monovalente und auch gut akzeptierte Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung, so dass eine große Anzahl von Kindern erreicht wird. Hinzu kommt, dass sich für die wenigen auftretenden Fälle bei Säuglingen und Kleinkindern ein besonders hohes Chronifizierungsrisiko ergibt, d.h. das übergehen der Hepatitis-B Erkrankung in eine schwere chronische Verlaufsform. Chronifizieren bei Erwachsenen 10% aller an Hepatitis B erkrankten Patienten, so ist im Säuglings- und Kindesalter von einer Chronifizierung von bis zu 90% auszugehen. Deshalb hat sich die STIKO 1995 entschieden, die Impfung von S?uglingen generell zu empfehlen, mit dem besonderen Hinweis, dass bei noch nicht immunisierten Kindern diese Impfung jederzeit nachgeholt werden sollte.
Für Kinder von Müttern mit einer chronischen Hepatitis B bzw. von Müttern mit einem unbekannten Hepatitis-B-Status ist sogar eine Impfung direkt nach der Geburt dringend empfohlen und auch effektiv.
Eine alleinige Empfehlung der Impfung im Jugendalter ist aufgrund der schwierigen Erreichbarkeit der zu impfenden Gruppen nicht effektiv.

Wie sollte die Grundimmunisierung für Kinder erfolgen?

Die Hepatitis-B-Impfung wird von der STIKO als Standardimpfung für alle Kinder empfohlen. Im Impfkalender für Kinder und Säuglinge sind zur Grundimmunisierung je eine Impfung mit vollendetem 2., 4. und 11. bis 14. Monat empfohlen. Kombinationsimpfstoffe mit Pertussis-Komponente erfordern eine weitere Impfung im vollendeten 3. Lebensmonat. Es steht in Deutschland inzwischen eine Reihe von Kombinationsimpfstoffen für Säuglinge und Kleinkinder zur Verfügung, die es ermöglichen, mit einer Injektion gegen verschiedene Antigene darunter auch gegen Hepatitis B gleichzeitig zu impfen. Ist keine Grundimmunisierung im Säuglingsalter erfolgt, so ist das Nachholen der Impfung im Alter zwischen 9 und 17 Jahren empfohlen bzw. zu jedem Zeitpunkt möglich.

Besteht nach einer einmaligen Impfung gegen Hepatitis B ein ausreichender Impfschutz, kann eine unterbrochene Grundimmunisierung fortgesetzt werden?

Nach nur einmaliger Impfung kann nicht von einem ausreichenden Schutz ausgegangen werden, die zweite Impfung sollte deshalb im Abstand von 4 bis 8 Wochen gegeben werden und durch eine dritte Gabe nach ca. 6 Monaten nach der ersten Dosis vervollständigt werden. Die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission sagen, dass eine unterbrochene Grundimmunisierung in der Regel nicht neu begonnen werden muss, auch dann nicht, wenn ein größerer Abstand zwischen den Teilimpfungen liegt. Bei immunologisch gesunden Patienten kann somit die Grundimmunisierung auch nach längerer Unterbrechung weitergeführt werden. Es ist dabei jedoch zu bedenken, dass der Impfling zwischenzeitlich über keine optimale Immunität verfügt. Der Erfolg von Impfschemata, die stark von den Empfehlungen abweichen, sollte nach Abschluss eines solchen Schemas durch serologische Kontrolle überprüft werden. Wenn ein bekanntes Infektionsrisiko besteht (z.B. infizierter Sexualpartner) sollte der aktuelle Hepatitis-B-Status vor der Impfung überprüft, die Impfung unter Einhaltung der Minimalabstände zwischen den einzelnen Dosen umgehend durchgeführt und der Antikörperspiegel vier bis sechs Wochen nach der dritten Dosis unbedingt serologisch überprüft werden.

Wie lange nach der Impfung besteht ein Impfschutz, wann soll eine Auffrischung erfolgen?

Bei Anti-HBs-Titern von >100 IE/l 4- 6 Wochen nach Abschluss der Grundimmunisierung ist von einer ausreichenden Immunität von mindestens 10 bis 15 Jahren auszugehen. Es ist gleichzeitig von einem immunologischen Gedächtnis auszugehen; inwieweit ein länger dauernder Schutz besteht, werden erst die ausstehenden Ergebnisse der laufenden Studien sicher belegen können. Die STIKO empfiehlt deshalb bei fortbestehendem Infektionsrisiko mit hoher Infektionsdosis eine Wiederimpfung alle zehn Jahre und im Expositionsfalle gegebenenfalls eine Wiederimpfung bereits nach fünf Jahren. Die STIKO empfiehlt die Überprüfung des Impferfolges bei Personen, die ein hohes Erkrankungsrisiko haben oder besonders exponiert sind. Auch bei anderen Personen mit möglicherweise erniedrigter Ansprechrate, z.B. bei über 40-jährigen, kann eine Nachtestung sinnvoll sein. Bei diesen Personen sollte eine Titerkontrolle vier bis acht Wochen nach der letzten Impfung zum Nachweis der Wirksamkeit der Impfung erfolgen. Über die Kinetik des Antikörperabfalls sind individuell keine Vorhersagen möglich. Bei Hepatitis B ist eine serologische Vortestung (Indikation 1-6) und Kontrolle (Indikation 1-4 und Immundefizienz) des Impferfolges für die Personen der Indikationsliste in der Tabelle "Indikations- und Auffrischimpfungen" der STIKO Empfehlungen sinnvoll. Der Grund für die Vortestung in diesen Risikogruppen ist in der Kosten-Nutzeneffizienz zu suchen. Personen, die in dieser Gruppe bereits einen durch eine frühere Infektion erworbenen Titer haben, müssen nicht geimpft werden. Eine Impfung bei bestehender Immunität ist jedoch nicht mit einem höheren Komplikationsrisiko verbunden, sondern führt lediglich zur einer Boosterreaktion, die aus Kostengründen jedoch vermieden werden sollte. Bestimmungen von Transaminasen vor einer Impfung gegen Hepatitis A oder B sind nicht sinnvoll.

Ist der Impferfolg der Hepatitis-B-Impfung zu kontrollieren?

Die Konzentration von anti HBs-Antikörper lässt eine Aussage über die Immunkompetenz der untersuchten Person zu, weshalb für bestimmte Risikogruppen eine Kontrolle des Impferfolges ein bis zwei Monate nach der letzten Dosis der Grundimmunisierung empfohlen wird. Bei anti-HBs-Konzentrationen von 100 IE/l ist von einer ausreichenden Immunität von mindestens zehn Jahren auszugehen, bei Konzentrationen unter 100 IE/l sollte eine weitere Impfung und erneute Kontrolle erfolgen. Bleibt eine adäquate Immunreaktion auf eine Hepatitis-B-Impfung aus, ist im Rahmen der Ursachenforschung zunächst die Prüfung auf eine bereits vorliegende chronische Hepatitis B sinnvoll. Ist eine adäquate Immunantwort 4-8 Wochen nach abgeschlossener Grundimmunisierung serologisch dokumentiert, sind nach den im Falle eines fortbestehenden Infektionsrisikos empfohlenen Auffrischimpfungen in 10-Jahres-Intervallen keine weiteren serologischen Kontrollen erforderlich.

Wie lange besteht ein Immunschutz nach Hepatitis-B-Impfung im S?uglings -und Kindesalter?

Für Säuglinge, Kinder und Jugendliche ist davon auszugehen, dass der Schutz mindestens zehn bis 15 Jahre besteht, wahrscheinlich aber (wie bei anderen Personen mit ausreichender Immunreaktion) lebenslang. Die STIKO wird in den nächsten Jahren zur Notwendigkeit der Auffrischimpfung bei Kindern und Jugendlichen Stellung nehmen. Italien, das die Hepatitis-B-Impfung für Säuglinge und Kinder bereits fünf Jahre früher eingeführt hat, hat sich im letzten Jahr (2001) gegen eine allgemeine Wiederimpfung der Jugendlichen entschieden. Schweiz und USA empfehlen grundsätzlich keine Wiederimpfung, sondern gehen von einem lebenslangen Schutz aus.

Ab wann besteht nach der Impfung ein Impfschutz?

Ein beginnender Schutz gegen Hepatitis B nach Impfung entsteht etwa zwei bis vier Wochen nach der ersten Impfung. In klinischen Studien wurden nach der ersten Impfung etwa für 70% der Geimpften Antikörper nachgewiesen. Nach der dritten Dosis lässt sich ein Schutz für etwa 90% der regelhaft geimpften Personen nachweisen. Das reguläre Impfschema für eine Hepatitisimpfung im Erwachsenalter lautet null, ein Monat, sechs Monate. In klinischen Studien wird derzeit ein verkürztes Impfschema (null, sieben Tage, 21 Tage) geprüft, das ebenfalls eine gute Wirksamkeit nach der dritten Dosis erwarten lässt.

Wie könnte die weitere Vorgehensweise bei Non-Respondern zur Erreichung eines ausreichenden Impfschutzes aussehen?


Die immunologische Reaktion auf eine Impfung ist abhängig von Alter, Geschlecht, Komorbiditäten und anderen Faktoren. Wenn vier bis acht Wochen nach erfolgter Grundimmunisierung kein ausreichender Impfschutz besteht (AK-Konzentration <100 IE/l - Low-Responder oder sogar <10 IE/l - Non-Responder) sollte eine weitere Dosis verabreicht und ca. vier Wochen danach erneut getestet werden. Es sollte zunächst jedoch immer ausgeschlossen werden, dass nicht bereits eine chronische Hepatitis B besteht. Es liegt eine Reihe von Studien vor, in denen nach Gabe von drei zus?tzlichen Impfungen in 50% bis 75% eine Serokonversion erreicht werden konnte.
Die Impfung gegen Hepatitis B kann mehrfach gegeben werden, auch bei bis zu sechs Versuchen bestehen keine Bedenken. Danach stellt sich die Frage, ob weitere Applikationen sinnvoll sind. Falls nach 6 oder mehr Dosen (s.o.) keine Immunisierung (Titer <10 IE/L) erreicht wird, sollten bei medizinischem Personal Vorsichtsma?nahmen getroffen werden, die eine Infektion ausschließen bzw. erschweren. Bei einer akuten Exposition ist für diese Personen eine passive Immunisierung notwendig.

Hepatitis B - Wie soll bei Dialysepatienten vorgegangen werden?

Für die Impfung von Dialysepatienten sind Impfstoffe mit erhöhter Antigenkonzentration zugelassen. Die Kontrolle des Hepatitis-Titers nach Impfung für Dialysepatienten soll ein bis zwei Monate nach der dritten Dosis erfolgen. Werden Werte <100 IE/l erreicht, ist eine sofortige Impfung und anschließende Kontrolle. Auch bei Werten >100 IE/l sind für diese Risikogruppe regelmäßige Titerkontrollen indiziert, und bei Unterschreiten des Antikörper-Schutztiters ist eine Wiederimpfung mit nachfolgender Titerkontrolle zu veranlassen. Eine gesonderte Empfehlung für Hämodialysepatienten seitens der Ständigen Impfkommission (STIKO) liegt nicht vor.

Ist nach durchgemachter Hepatitis B noch eine Impfung angezeigt?

Nach durchgemachter Hepatitisinfektion gibt es bisher keine Hinweise auf die Möglichkeit einer Zweiterkrankung, so dass bei vorliegendem Anti-HBc-Titer von einer vorliegenden Immunität ausgegangen werden kann. Anti-HBs-Titer müssen nach Impfung und auch nach durchgemachter Infektion nicht lebenslang vorliegen.
Der Infektionsschutz hängt auch von der Präsenz der Gedächtniszellen ab. Ein erneuter Antigenkontakt führt zu einem schnelleren Antikörperanstieg, so dass auch bei einem unter die Nachweisgrenze abgesunkenen Anti-HBs-Titer (<10 IE/l) von einer Schutzwirkung ausgegangen werden könnte. Da einzig der Anti-HBs-Titer jedoch eine sichere Aussage über die Immunität zulässt, kann im Zweifelsfall der Beweis eines vorliegenden immunologischen Gedächtnisses nur durch die positive Reaktion auf eine Impfung erbracht werden.

Ist eine Hepatitis-B-Immunisierung bei Neugeborenen von M?ttern notwendig, deren HBs-Ag-Status unklar ist?

Entsprechend den Mutterschafts-Richtlinien ist bei allen Schwangeren nach der 32. Schwangerschaftswoche, möglichst nahe am Geburtstermin, das Serum auf HBsAg zu untersuchen. Ist das Ergebnis positiv, dann ist bei dem Neugeborenen unmittelbar post partum, d.h. innerhalb von 12 Stunden, mit der Immunisierung gegen Hepatitis B zu beginnen. Dabei werden simultan die erste Dosis HB-Impfstoff und HBImmunglobulin verabreicht. Die begonnene HB-Grundimmunisierung wird einen Monat nach der ersten Impfung durch eine zweite und sechs Monate nach der ersten Impfung durch eine dritte Impfung vervollständigt. Hierbei ist es von besonderer Bedeutung, Impfabstände und Termine für serologische Kontrollen streng einzuhalten. Nach Abschluss der Grundimmunisierung von Neugeborenen ist eine serologische Kontrolle erforderlich.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Hepatitis-B-Impfung und Multipler Sklerose (MS)?
Die vorliegenden wissenschaftlichen Publikationen konnten einen Zusammenhang zwischen Hepatitis-B-Impfung und MS nicht bestätigen.
Theoretisch kann die Auslösung eines Erkrankungsschubes der MS durch Impfungen nicht ausgeschlossen werden. In den letzten Jahren publizierte Studien konnten jedoch anhand von prospektiven Untersuchungen an ungeimpften und geimpften Patienten bei geimpften an MS erkrankten Personen keine Erhöhung des Auftretens eines MS-Erkrankungs-Schubes im Abstand von sechs Monaten nach Impfung beobachten. Das in seltenen Einzelfällen beschriebene Auftreten von MS-Erkrankungen nach Impfungen ist möglicherweise als rein zufälliger zeitlicher, nicht aber ursächlicher Zusammenhang zu interpretieren.

Hepatitis-B-Impfung - bin ich nach der Impfung infektiös?

Nach einer Impfung mit dem Hepatitis-B-Impfstoff besteht keine Infektiosität. Es handelt sich um einen Totimpfstoff, von dem mit Sicherheit keine Infektiosität ausgeht.

Hepatitis B infiziert - bin ich ein Leben lang infekti?s?

Nach einer Infektion mit Hepatitis B bleiben ca. 10% Virus-DNA-Träger und somit infektiös. Mit einer geeigneten Therapie erreicht man zum Teil sehr erfolgreich eine Virusclearence.

Wie sollte der Befund eines positiven HBc-Ak-Nachweises mit negativem HBs-Antigen-Nachweis sowie negativem HBs-Antikörper-Nachweis interpretiert werden?

Neben einen falsch positiven Befund, der durch einen Wiederholungstest (möglichst mit einem anderen Testsystem) ausgeschlossen werden kann, gibt es für diese Befundkonstellation mehrere andere mögliche Erklärungen:
Die wahrscheinlichste Erklärung für diese Konstellation ist eine abgelaufene Hepatitis B, bei der HBs-Antikörper aufgrund der lange zurückliegenden Primärinfektion unter die Nachweisgrenze abgesunken sind. Dies kann durch eine "diagnostische" Hepatitis B-Impfung bestätigt werden: Führt eine einmalige Impfdosis zu einer sekundären Immunantwort mit hohem anti-HBs-Titer (mindestens 100 IU/l) bereits nach 1-2 Wochen, kann von einer durchgemachten Hepatitis B-Erkrankung in der Vergangenheit ausgegangen werden. In diesem Fall sind keine weitere Titerkontrollen oder Maßnahmen im Verletzungsfall mit potenzieller Hepatitis B-Virusexposition erforderlich.
In verschiedenen Studien wurde bei etwa 10% der Personen mit alleinigem HBc-Antikörpernachweis eine latente chronische Hepatitis B-Virusinfektion mittels Nukleinsäurenachweis (PCR) festgestellt, darunter auch Einzelfälle mit Infektionen durch HBs-Antigenmutanten. In bestimmten Personengruppen lag dieser Anteil noch deutlich höher, z.B. bei Personen die intravenös Drogen konsumieren sowie bei Personen mit einer Hepatitis C- oder HIV-Infektion. Daher wird bei Vorliegen eines isolierten Anti-HBc-Nachweises empfohlen, wenn Anti-HBs nach Impfung negativ oder deutlich unter 100 IU/l bleibt, eine quantitative Bestimmung von HBV-DNA sowie der Alanintransaminase (ALT) im Serum durchzuführen. Sind die Ergebnisse dieser Untersuchungen negativ, kann den betroffenen Personen ca. alle 5 Jahre Kontrolluntersuchungen angeboten werden. Bei Personen mit positivem Nukleinsäurenachweis mit unauffälligen Leberenzymwerten ist die Viruskonzentration meist sehr niedrig. Konsequenzen für immunkompetente betroffene Personen ergeben sich in aller Regel nicht, wenn man von einem Blutspendeverbot absieht. Die Infektiosität dieser Menschen ist selbst bei nachgewiesener Virämie sehr gering (Viruskopien unter 1000/ml). Die Leber ist in den allermeisten Fällen gesund, ein Übergang in eine Zirrhose findet nach allen bisherigen Untersuchungen nicht oder nur extrem selten statt. Dennoch sollten diesen Personen jährliche Kontrolluntersuchungen angeboten werden.
Ein kleiner Anteil der Personen mit alleinigem anti-HBc-Befund ist vermutlich in der sog. "Fensterphase" einer ausklingenden Hepatitis B-Infektion: Zu diesem Zeitpunkt ist das HBs-Antigen nicht mehr nachweisbar und HBs-Antikörper sind noch nicht nachweisbar. Personen in dieser Phase der Hepatitis B-Infektion sind wahrscheinlich infektiös.
Da bei Personen mit alleinigem HBc-Antikörpernachweis häufiger als in der allgemeinen Bevölkerung eine Hepatitis C- bzw. eine HIV-Infektion festgestellt wurde, sollte bei Vorliegen entsprechender Infektionsrisiken eine diesbezügliche Diagnostik erwogen werden.


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