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Meningokokken

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Meningokokken sind Bakterien (s. Impfplan)

Sie können verschiedene Krankheitsbilder auslösen. Etwa zehn Prozent der europäischen Bevölkerung trägt diese Bakterien im Nasenrachenraum, ohne dabei krank zu sein. Meningokokken sind, wie auch Pneumokokken, bekapselte Bakterien und werden durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch beim Anhusten, Niesen, aber auch Küssen übertragen. Sie heften sich mit Hilfe kleiner Fortsätze an die Schleimhäute des Nasenrachenraumes, wo sie wochen- oder monatelang bleiben können. Vor allem wenn das Immunsystem, etwa durch andere Infektionen, geschwächt ist, vermehren sich die Bakterien, durchdringen die Schleimhäute und lösen Hirnhautentzündung und Blutvergiftungen aus.
In Deutschland erkranken jedes Jahr bis zu 700 Menschen an einer schweren Meningokokken-Infektion, etwa 175 davon sind durch den Typ C ausgelöst. Einige Fälle werden von Reisenden aus dem europäischen Ausland eingeschleppt. 40 Prozent aller Patienten sind Kinder unter vier Jahren, mit Abstand am häufigsten sind Säuglinge im ersten Lebensjahr betroffen. Auch heute sterben etwa zehn Prozent der Patienten.
13 verschiedene Typen der Meningokokken-Familie sind bekannt. Die Bakterien unterscheiden sich aufgrund ihrer Oberflächenstruktur, die unter anderem aus speziellen Zuckermolekülen besteht. Diese und andere Moleküle bilden eine dicke Kapsel um die Bakterien, die diese vor den Angriffen unseres Abwehrsystems schützt. Weltweit werden mehr als 90 Prozent der Meningokokken-Infektionen durch bestimmte Typen, Typ A, B, C und Y, hervorgerufen. In Deutschland werden etwa 70 Prozent der Erkrankungsfälle durch den Serotyp B verursacht. Gegen diesen gibt es zurzeit noch keinen Impfstoff. Impfstoffe gibt es nur gegen den Typ C, der beispielsweise in England, Spanien oder auch in einigen Regionen Deutschlands gehäuft auftritt, und gegen die Typen A, Y und W135.
- Von Dezember bis Juni kommen Meningokokken-Epidemien verstärkt im afrikanischen "Meningitisgürtel" vor (südlich der Sahara vom Sudan bis nach Gambia). Von November bis Mai treten sie auch gehäuft in Indien, vor allem Nordindien, und Nepal auf. Grundsätzlich kann jedes Land mit schwierigen Hygiene- Verhältnissen als mögliches Meningitis-Gebiet angesehen werden. Hier werden im Allgemeinen Erkrankungen an Gruppe A oder C gesehen.

Die Impfung:

Es stehen drei Impfstoffe zur Verfügung. Sie enthalten im Wesentlichen gereinigte Bruchstücke (Polysaccharide oder Oligosaccharide) des Bakteriums Neisseria meningitidis. Ein Polysaccharid-Impfstoff richtet sich gegen die Gruppen A und C (AC-Impfstoff), ein weiterer gegen die Gruppen A, C, W 135 und Y (ACWY-Impfstoff), beide schützen am besten ab einem Alter von zwei Jahren. Mit den neuen "Konjugat"-Impfstoffen können auch Kinder ab einem Alter von zwei Monaten gegen Meningokokken C geschüzt werden. Beide Polysaccharid-Impfstoffe werden unter die Haut gespritzt. Der Impfschutz hält mindestens drei Jahre. Für Erwachsene und Kinder genügt eine einmalige Injektion. Der AC-Impfstoff kann ab einem Alter von 18 Monaten eingesetzt werden. Der ACWY-Impfstoff ist ab zwei Jahren wirksam. Bei jüngeren Kindern ist ein Schutz gegen die Gruppen C, W 135 und Y nicht gesichert und der Impfschutz hält höchstens zwei Jahre an. Um einen besseren Impfschutz zu erreichen, können Kinder unter zwei Jahren im Abstand von drei Monaten auch ein zweites Mal geimpft werden. Die Schutzwirkung der Impfung setzt etwa nach zwei Wochen ein. Bei bestehendem Infektionsrisiko ist nach drei Jahren eine Auffrischimpfung ratsam. Speziell für Kinder im Alter zwischen zwei Monaten und zwei Jahren sind C- Konjugat-Impfstoffe entwickelt worden. Sie können aber auch bei älteren Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen eingesetzt werden. So sollen ältere Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre eine Nachholimpfung mit MenC-Konjugatimpfstoff erhalten. Die Impfstoffe schüzen vor Infektionen des Meningokokken-Typ C, der in Deutschland etwa jede fünfte Erkrankung verursacht. Die Impfung mit dem Konjugatimpfstoff kann bei Bedarf ab dem dritten Lebensjahr mit einem Polysaccharidimpfstoff ergänzt werden. Die Meningokokken-Impfung kann meistens gleichzeitig mit anderen Schutzimpfungen vorgenommen werden. Zeitabstände zu anderen Impfungen sind nicht einzuhalten.

Wer sollte gegen Meningokokken geimpft sein?

Von der Ständigen Impfkommission ist die Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe C für alle Kinder im 2. Lebensjahr empfohlen. Bei Vorliegen bestimmter Grunderkrankungen (s.u.) sollten ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene erst mit einem Meningokokken C-Konjugatimpfstoff und im Abstand von 6-12 Monaten mit einem 4-valenten Polysaccharid-Impfstoff geimpft werden. Zu den Erkrankungen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung gehören z.B. angeborene oder erworbene Immundefekte mit T- und/oder B-zellulärer Restfunktion (z.B. Komplement-/Properdindefekte, Hypogammaglobulinämie, Asplenie) Auch gefährdetes Laborpersonal sowie Pilgerreisende oder Reisende in endemische/hyperendemische Länder mit engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie Schüler/Studenten vor Langzeit-Aufenthalten in Ländern mit empfohlener allgemeiner Impfung für Jugendliche oder selektiver Impfung für Schüler/Studenten sollten gegen Meningokokken geimpft sein.
Sollten auch Kinder, die älter als 2 Jahre sind, gegen Meningokokken der Serogruppe C geimpft werden?
Die STIKO empfiehlt seit Juli 2006 die Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe C für alle Kinder im 2. Lebensjahr zum frühestmöglichen Zeitpunkt. Im Epidemiologischen Bulletin 30/2006 weist die STIKO darauf hin, dass "unabhängig von den in Tabelle 1 genannten Terminen …, wann immer eine Arztkonsultation erfolgt, die Impfdokumentation überprüft und fehlende Impfungen nachgeholt werden" sollten.
Der Impfkalender definiert den optimalen Zeitpunkt der Impfung. Für Impfungen, die zu diesem Zeitpunkt nicht verabreicht werden, gilt bis auf wenige genau definierte Ausnahmen* die oben aufgeführte Regel der STIKO, dass Impfungen zu jedem möglichen Zeitpunkt nachgeholt werden sollen. Für Meningokokken wird im Epidemiologischen Bulletin 31/2006 (S. 265) auf die Notwendigkeit des Nachholens der Impfung ausdrücklich hingewiesen:
"Zum Erreichen eines individuellen Schutzes wird von der STIKO das Nachholen nicht erfolgter Impfungen jenseits des 2. Lebensjahres entsprechend den allgemeinen Regeln der STIKO - frühzeitiges Schließen von Impflücken - empfohlen."
Insofern empfiehlt die STIKO das Nachholen der Impfung gegen Meningokokken C jenseits des vollendeten 23. Lebensmonats für alle Kinder und Jugendliche (vollendete 17 Jahre).
Die Begründung der Impfempfehlung der STIKO bezieht sich auf die Erfahrungen aus Ländern, in denen mit einer Impfdosis im 2. Lebensjahr und einer Nachholimpfung bei bisher nicht geimpften Kindern und Jugendlichen eine hohe Effektivität erreicht werden konnte.

Sollte mit einem Konjugat- oder einem Polysaccharidimpfstoff geimpft werden?

Kinder unter 2 Jahren sind grundsätzlich mit einem Konjugatimpfstoff (gegen Meningokokken der Serogruppe C) zu impfen. Zur Entscheidung, ob mit einem Konjugat- oder einem Polysaccharid-Impfstoff oder mit beiden geimpft wird, ist die Indikation zur Impfung zu berücksichtigen.

Was ist nach engem Kontakt zu an Meningokokken erkrankten Personen empfohlen? (postexpositionelle Prophylaxe)

Für enge Kontaktpersonen ist eine Rifampicinprophylaxe (Ausnahme: Schwangere) bis 10 Tage nach dem letzten Kontakt sinnvoll. Hierzu zählen alle Haushaltsmitglieder des Erkrankten, Personen mit Kontakt zu oropharyngealen Sekreten von Patienten, Kontaktpersonen in Kindereinrichtungen mit Kindern unter 6 Jahren und Kontaktpersonen in Gemeinschaftseinrichtungen mit haushaltsähnlichem Charakter. Zusätzlich zur Chemoprophylaxe sollten ungeimpfte Kontaktpersonen bei Kontakt zu einem Erkrankten mit impfpräventabler invasiver Meningokokken-Infektion baldmöglichst nach der Exposition eine Meningokokkenimpfung erhalten.


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