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Windpocken

Leistungen > Schutzimpfungen

Die Windpocken / Varizellen (s. Impfplan)

sind eine durch Tröpfcheninfektion übertragene Erkrankung, die durch das Varizella-Zoster-Virus ausgelöst wird.
Andere Bezeichnungen für Windpocken sind Wasserpocken, Spitze Blattern, Wilde Blattern, vor allem in Österreich Feuchtblattern, Schafplattern bzw. Schafblattern. Der Name Windpocken kommt von der hohen Ansteckungsfähigkeit dieser Viren, die auch über einige Meter in der Luft übertragen werden. Die Windpocken sind zu unterscheiden von den Pocken (Variola), einer gefährlichen Infektionskrankheit, die von Viren der Gattung Orthopoxvirus verursacht wird. Die Windpocken betreffen überwiegend Kinder im Vorschulalter und führen bei der Mehrzahl der Infizierten anschließend zu einer lebenslangen Immunität, weshalb man sie auch zu den Kinderkrankheiten zählt. Anzeichen für Windpocken sind: Juckender Hautausschlag: Die Flecken beginnen als stecknadelkopfgroße, rötliche Bezirke, die innerhalb weniger Stunden größer werden und schließlich linsengroße Bläschen bilden. Sie platzen auf, trocknen aus und verkrusten. Windpocken breiten sich über den gesamten Körper aus, oft unter Einbeziehung der Schleimhäute. Zwei Tage vor Ausbruch des Hautausschlags bis etwa fünf Tage nach Auftreten der letzten Bläschen. Es können Komplikationen in Form von Kleinhirn- oder Hirnentzündungen, einer Lungenentzündung oder bakteriellen Superinfektionen der Haut auftreten. Da es sich um eine Virusinfektion handelt, ist die Behandlung in der Regel symptomatisch. In besonderen Fällen - beispielsweise bei immunsupprimierten Patienten - kann ein Virostatikum eingesetzt werden. Nachdem die Krankheitszeichen abgeklungen sind, verbleiben Varizella-Viren in den Spinal- oder Hirnnervenganglien und können von hier aus in Form einer Gürtelrose (Herpes Zoster) wieder reaktiviert werden.

Zur Prophylaxe gibt es eine Impfung, die seit Juli 2004 in Deutschland allgemein empfohlen ist.

Seit August 2006 ist auch ein Mehrfachimpfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken verfügbar. Auch eine Postexpositionsprophylaxe mit einer Passiv-Impfung oder mit Virostatika ist m?glich.

Welche Kinder sollen geimpft werden, und warum ist die Impfung Kindern und Jugendlichen generell empfohlen?

Die STIKO empfiehlt die Varizellenimpfung vorzugsweise im Alter von 11 bis 14 Monaten. Die Impfung kann entweder simultan mit der ersten MMR-Impfung durchgeführt werden oder frühestens vier Wochen nach dieser. Erfolgte die Impfung nicht mit 11-14 Monaten, kann sie zu jedem Zeitpunkt nachgeholt werden.

Welche erwachsenen Personen sollten gegen Varizellen geimpft werden?

Die STIKO empfiehlt die Impfung gegen Varizellen empfänglichen Personen mit besonderen gesundheitlichen Risiken wie z.B. empfänglichen (=seronegativen) Patienten vor immunsuppressiver Therapie oder Organtransplantation, unter besonderen Bedingungen auch unter immunsuppressiver Therapie und bei Leukümie, sowie Personen mit schwerer Neurodermitis und allen empfänglichen Personen, die engen Kontakt zu diesen besonders gefährdeten Personen haben. Besondere Bedeutung für den Schutz des Ungeborenen oder Neugeborenen hat die Impfung von seronegativen Frauen mit Kinderwunsch.

Wie viele Impfdosen sind für einen vollständigen Impfschutz notwendig?

Für einen vollständigen Impfschutz sind zwei Impfdosen notwendig. Die erste Impfung sollte im Alter von 11 bis 14 Monaten, die zweite in einem Lebensalter von 15 bis 23 Monaten erfolgen. Älteren Kindern und Jugendlichen die bisher nur eine Varizellenimpfung erhalten haben, sollte eine zweite Varizellenimpfung als Nachholimpfung verabreicht werden. Nach den bisherigen Erfahrungen kann davon ausgegangen werden, dass die Impfung eine länger anhaltende Immunität induziert.

Kann das Kind einer seronegativen Schwangeren gegen Varizellen geimpft werden?

Zusammenfassend ist das Risiko für ein konnatales Varizellensyndrom bei einer seronegativen Schwangeren mit Kontakt zu ihrem ungeimpften und damit ansteckungsgefährdeten Kind höher als das Risiko einer solchen Komplikation durch die Impfung und ggf. die Übertragung von Impfvarizellen durch ihr Kind.

Welche Nebenwirkungen können im Zusammenhang mit der Impfung beobachtetet werden?


An der Injektionsstelle können eine Rötung, Schmerzhaftigkeit und Schwellung beobachtet werden. Leichte bis moderate Temperaturerhöhungen treten bei etwa 10 % der Geimpften auf. Gelegentlich werden nach 1 bis 4 Wochen ein Hautauschlag und Fieber beobachtet (Impfkrankheit). Sehr selten können allergische Reaktionen im Zusammenhang mit der Impfung beobachtet werden. Auch Herpes Zoster oder Pneumonien werden in seltenen Einzelfällen in der Literatur im Zusammenhang mit der Impfung berichtet. Andere Krankheitserscheinungen (Enzephalitis, Krampfanfälle, verminderte Blutplättchenzahl und allergische Hauterkrankungen) werden in seltenen Einzelfällen im Zusammenhang mit der Impfung berichtet.

Kann nach einem Kontakt zu einem an Varizellen Erkrankten geimpft werden?

Eine postexpositionelle Impfung ist möglich und in Abhängigkeit von dem zeitlichen Abstand zur Exposition (maximal 5 Tage) auch wirksam. Bei der derzeitigen epidemiologischen Situation mit hohen Erkrankungszahlen wird diese von der STIKO zurzeit nur für ungeimpfte Personen mit negativer Varizellen-Anamnese und Kontakt zu Risikopersonen empfohlen. Eine Varizellenexposition stellt keine Kontraindikation zur Durchführung einer Impfung dar.

Ab welchem Alter kann ich mein Kind gegen Windpocken impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission empfiehlt den Impfschutz gegen Windpocken als Standardimpfung für Kleinkinder vom vollendeten 11. bis zum vollendeten 14. Lebensmonat. Bislang ungeimpfte Kinder, Jugendliche und Erwachsene können auch nach Kontakt mit an Windpocken erkrankten Personen geimpft werden. Geschieht dies innerhalb von drei Tagen, lässt sich die Krankheit und damit auch die Komplikationen verhindern. Die Impfung kann zeitgleich mit der Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln erfolgen. Zudem sollen nicht-geimpfte und bisher nicht erkrankte Kinder und Jugendliche bis zum 18. Geburtstag die Impfung nachholen. Besonders wichtig ist der Schutz von Jugendlichen, da Erkrankungen von Jugendlichen und Erwachsenen komplikationsreicher verlaufen. Besonders seronegative Frauen mit Kinderwunsch sollten gegen Varizellen geschützt sein, da Varizellen-Erkrankungen während der Schwangerschaft Schädigungen des Säuglings bedingen können.

Muss ich mit weiteren Konsequenzen für meine Familie rechnen, wenn mein Kind Windpocken hat?

Ihr Kind darf, auch bei einer harmlos verlaufenden Windpockenerkrankung, nicht in den Kindergarten, die Schule oder in eine Kindertagesstätte gehen. Sind beide Eltern berufstätig, muss ein Elternteil zuhause bleiben, damit die Betreuung des Kindes gewährleistet ist. Dies ist eine Belastung sowohl für die Eltern als auch für das kranke Kind. Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr durch das Windpocken-Virus müssen ungeschützte Haushaltsmitglieder ebenfalls mit einer Windpockenerkrankung rechnen.


Windpocken im Überblick:

Erreger: Varicella-Zoster-Virus; Erreger verursacht sowohl Windpocken (Erstinfektion) als auch Gürtelrose (Herpes Zoster) durch Reaktivierung nach der Erstinfektion.
Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion , auch über weite Strecken ("mit dem Wind"), Niesen, Husten
Krankheitsbild: Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Fieber, stark juckender, typischer Hautausschlag
Komplikationen: Bakterielle Entzündungen der Haut an aufgeplatzten oder aufgekratzten Bläschen, Hirnhautentzündung (Meningitis), Leberentzündung (Hepatitis), Gelenkentzündung (Arthritis), Früh- und Fehlgeburten bei Erkrankung in der Schwangerschaft, Missbildungen des Ungeborenen
Impfschutz: Die Impfung schützt langanhaltend. Sie wird von der Ständigen Impfkommission u. a. für folgende Personen empfohlen: Säuglinge und Kleinkinder vom 11. bis 14. Lebensmonat. Ungeimpfte Jugendliche zwischen 9 und 17 Jahren, die noch nicht an Windpocken erkrankt sind. Alle Frauen mit Kinderwunsch, die seronegativ sind. Seronegatives Personal im Gesundheitsdienst, insbesondere in den Bereichen Pädiatrie, Onkologie, Gynökologie/Geburtshilfe, Intensivmedizin und im Bereich der Betreuung von Immundefizienten sowie bei Neueinstellungen in Gemeinschaftseinrichtungen für das Vorschulalter. Personen, die bisher noch nicht an Windpocken erkrankt oder dagegen geimpft sind, sollten die Impfung nachholen. Bis zum vollendeten 13. Lebensjahr ist eine einmalige Impfung ausreichend. Ältere Jugendliche und Erwachsene benötigen zwei Impfungen im Abstand von mindestens sechs Wochen.

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